Hier geht es gleich in die Vollen. Nämlich den Höhepunkt bzw. den eigentlichen Grund der Reise nach Prag (
Wir erinnern uns). Mit Bier bewaffnet fuhren wir also im Kleinsttrupp mit der gelben U Bahn in einen entfernten Stadtteil und enterten den Club welcher sich recht vielversprechend
EXIT-US nannte. Oberirdisch bestand der Club nur aus einem Eingang, unterhalb der Oberfläche aus mehreren Gewölben. Insgesamt sechs Bands aus Deutschland spielten auf, nur eine kam aus Prag direkt. Diese Band
ClayFeeders brauchte auch am längsten für den Aufbau, rockte dafür entsprechend richtig gut. Nichts für schwache Nerven sagen wir einmal. Zumal unser aller Liebling, die Spaß-Punk-Rock-Band
Between Garbage and Flowers auch mit dabei war. Das ganze hat rieseigen Spaß gemacht. Und das sage ich nicht weil man nicht einmal hier vor
Angry Birds verschont blieb. Und auch nicht weil das Bier derbe preiswert war. Die ersten
Leichen gab es schon während wir noch fröhlich Kicker spielten. Dabei wurde ich bei einem Zweierspiel doch tatsächlich von einer Frau geschlagen welche sich als Vieze-Europameisterin herausstellte. Kann man mit leben. Und weiter rocken. Nur um später alle in die beiden Reisebusse gekarrt zu werden um im Hotel irgend etwas mit der Bar zu veranstalten.
Nächster Tag, nächste Burg. Nach dem viel zu frühen Weckerklingeln ging es auf die zweite große Burg von Prag, der
Prager Hochburg (Vyšehrad) welche schon im 10. Jahrhundert von den Přemysliden gegründet wurde. Auch hier hatte später Karl IV. seine Finger mit im Spiel. Eine sehr schicke Burg, etwas gemütlicher als die im ersten Teil erwähnte. Dafür aber auch mit einer ähnlich großartigen Aussicht über Prag. Zusätzlich befinden sich neben diversen Gebäuden wie der
Sankt-Martinsrotunde (Rotunda sv. Martina) – welche die älteste Rotunde Prags ist – die
St.-Peter-und-Paul-Kirche (Kostel sv. Petra a Pavla) mit dem
Vyšehrader Friedhof über den
Dächern von Prag. Die Kirche soll nur mit Eintritt betreten werden. Aber auch ohne diesen Obolus ist das Gebäude viele Blicke wert. Allein die Türen begeistern. Auf dem Friedhof fanden Persönlichkeiten wie die Komponisten Antonín Dvořák, Bedřich Smetana oder auch Rafael Kubelík ihre letzte Ruhestätte. Mehr als nur einen ruhigen Blick wert allemal. Da kann man schon mal einen halben Tag mit beschäftigt sein.
Unser Programm war wie erwähnt recht straff. So sind wir eine lange Treppe hinunter zur
Moldau um am großen Fluss etwas
auszunüchtern in der Sonne spazieren zu gehen. Immer wieder große Ausblicke wie zum Beispiel auf das „
Tanzende Haus“ und natürlich die
Karlsbrücke. Postkartenmotive galore. Und wieder ging es durch die sich
kleinen schlängelnden Gässchen der Altstadt. Überall Fotos machen wollen. Prag, die schiefes Freilichtmuseum. Unbedingt empfehlenswert ist natürlich der
Altstädter Ring mit Rathaus, der
Astronomischen Uhr und anderen Gebäuden – dazu einfach den ersten Teil lesen. Erwähnenswert auch der
Wenzelsplatz. Benannt nach dem Heiligen Wenzel von Böhmen im Jahre des Herrn 1848 gehört er immer noch zu den längsten Plätzen Europas mit dem
Wenzelsdenkmal (Pomník svatého Václava) an seinem südöstlichen Ende.
Nach einer verrückten Tour einmal rund ums und unter dem Bahnhofsviertel kamen wir endlich zur letzten Station der Reise. Das Restaurant
U Sádlů II. Ein mittelalterlicher,
ritterlich angehauchter und urgemütlicher Hort erstklassiger böhmischer Küche. Dort schmeckte das Essen sehr gut – wir hatten ein klassisches böhmisches Menü und selbstredend das ein oder andere Pilsner Urquell. Es gibt dort verschieden Shows und für jeden Gaumen etwas schmackhaftes zu vertilgen. Das allerbeste war aber dass ich Kumpels aus Berlin dort traf. Ich hatte mich mit dem
Piereee dort verabredet und neben meinen ganzen Mitstreitern auch mit seiner kleinen Reisegruppe den ein oder andren Humpen gehoben. Daumen hoch.
So langsam neigte sich das Wochenende dem Ende zu. Wir checkten aus – ich übrigens immer fleißig ein – und wurden in die Reisebusse geladen. Kaum raus aus Prag.. flupp ging das erste Bier auf und ich verprasste fast den ganzen Rest – ca. 400 Kronen – an der ersten Tankstelle für einen lustigen originalen Träger Pils und Süßkram für die anderen Rocker. Die haben sich gefreut und wir konnten noch eine wenig die tschechische Burgenlandschaft in einem schicken Sonnenuntergang genießen. Dann wurde es auch bei uns dunkel und das tschechische Mobilfunknetz verabschiedete sich. Dieses war übrigens um längen schneller als man es hier in Deutschland gewohnt ist. Das fühlte sich die meiste Zeit fast wie daheim am Rechner an. Noch einmal Daumen hoch. Irgendwann nach den sieben Bergen bekam ich wieder gewohnt langsames deutsches Mobilfunknetz; ich muss das jetzt mal so sagen. Stau gab es erst wieder in Brandenburg – da brannte ein Auto lieber aus als sich auf der Fahrbahn weiter zu bewegen. Und alle Rocker raus pinkeln. Ihr kennt das.
Kurz nach Mitternacht am Montag war ich dann wieder zu hause und ich muss sagen: Es hat mir derbe gut gefallen. Ein tolles Wochenende und Prag muss ich unbedingt wieder sehen. Toll.
Teil eins nachlesen und alle Fotos in einer
Diaschau oder im
flickr Album Prag anschauen.

Dagger am Freitag, 27. April 2012, 09:17 in
Auswärts