Aus den 24 Stunden Hamburg wurden leicht 27 Stunden. Und das kam so.
Nach einigem Hin und Her telefonierte ich mir ein paar tage vorher eine Mitfahrgelegenheit am Sonntag von Berlin zum Hamburger
Hafengeburtstag. Etwas spät um 10:45 sollte es vom Ostbahnhof losgehen. Tatsächlich war ich überpünktlich vor Ort und fragte telefonisch beim Fahrer nach ob er schon da sei. Der beteuerte mir fünf Minuten vor dem Treffzeitpunkt er sei gleich da. Das war es dann auch.
Mehr war von ihm weder zu hören noch zu sehen. Eine halbe Ewigkeit hoffte ich er würde auftauchen. Und da waren sie wieder, meine drei Probleme. Ich hatte keine Zeit - der Fahrer war mindestens viel zu spät. Ich hatte kein Auto - der Farher kam gar nicht erst. Und ich hatte kein Geld - eine spontane Bahnfahrkarte für knappe 50 Euro verbot sich damit. Da ich nicht das Glück hatte der von Anderen ersehnte Mitfahrer nach Flensburg im gelben T-Shirt zu sein buchte ich zähneknirschend eine Busfahrkarte bim
Kraftfahrtsbundesamt der
Berlin Linien Bus GmbH . Damit hatte ich also noch weniger Zeit und Geld in der Hansestadt. Zumindest war es bei sonigem Wetter recht bequem und ich musste nicht mit einem Sitznachbarn mit dem
berüchtigtenberühmten Dialekt aus dem südlichen Osten der Republik vorlieb nehmen. Jede Medaillie hat eben mindestens zwei Seiten. Und mein Vordermann im Bus zu jedem Detail am Straßenrand Berlins etwas zu sagen. Noch nie war ich so genervt auf dem Weg nach Hamburg. Zeit für Musik. Alles wird gut. Habe ich mal gehört. Hafengeburtstag Ahoi!
Diese Strecke bin ich so noch nie gefahren. Bin ich im richtigen Bus? manchmal kommen einem komische Gedanken. Unmengen
goldener gelber Rapsfelder am
WegeseAutobahnrand erinnern mich an meine T-Shirtfarbe. Um 15:10 überfahren wir die hamburger Stadtgrenze und vorbei an dem üblichen Kreisverkehr - genannt Horner Kreisel. Witzigerweise nur eine! Straße weiter war mein eigentliches Ziel - aber zwischendurch aussteigen ist wohl nicht erlaubt.
Die Sonne lacht noch immer. Ich freue mich endlich vor Ort zu sein und steige wie alle anderen Fahrgäste am
ZOB gegenüber des Hauptbahnhofes aus. Schnell noch ein paar Telefonate mit Müttern - es war ja Muttertag - und meine erste Verabredung gemacht. Die Anzahl der sozialen Begegnungen musste ich leider enorm einschränken so dass Nichtgetroffenen mir bitte verzeihen mögen und nicht betroffen sind.
Für die Rückfahrt musste ich von einer Ecke Hamburgs - Nähe Horner Kreisel, siehe oben - bis zu Hagenbecks Tierpark fahren. Wieder einmal vorbei an der Bahnstation
Berliner Tor. An dieser Station treffen sich die rote und die gelbe U-Bahnlinie der hamburger
Hochbahn. Auch ein paar S-Bahnlinien sind dabei aber das ist hier ohne Belang. Das Komische ist das man nicht einfach in seinem Zug bleiben kann wenn man dort nicht aussteigen und einfach durchfahren möchte. Man muss aussteigen und die Bahnlinie wechseln selbst wenn man auf seiner Linie
weiterfahren möchte. Wenn man beispielweise von St. Pauli zur Hammer Kirche fahren möchte muss man von der gelben U3 am Berliner Tor in die rote U2 umsteigen obwohl der Streckenverlauf auf dem Plan eindeutig die U3 als die Linie ausweist welche beide Bahnhöfe auf einer Linie direkt verbindet. Dies wurde wohl vor ein paar Jahren beschlossen. In
Schlump - die Station mit dem
Fernsehturm - genannt Tele-Michel - wo sich wieder die beiden U-Bahnlinien treffen - geht das ja auch. Ganz normal wie überall sonst auch. Was soll das?
Im bequemen Leihwagen ging es dann
Folge dem Navi nicht vom Tierpark direkt zurück zur Autobahn. Sondern durch die halbe Stadt nach Osten. Als es uns aber in Mundsburg in Richtung Stadtmitte lenken wollte steuerten wir gegen und fuhren auf eigene Faust in die richtige Richtung. Hamburger ware ja zugegen. Obwohl der Fahrer wohl weder in Hamburg noch in Berlin großartige Straßenkenntnis besaß. Das Zwischenziel Tankstelle in der Nähe Parchimer / Schweriner Flughafen fand es dann aber doch und geleitetet uns sicher bis in die Hauptstadt. Quietscht ganz schön, so eine Erdgasbetankung. Zm Glück fuhren wir teilweise mehr als doppelt so schnell wieder der Bus auf der Hinfahrt und so konnte wir um 20:44 nach knapp zweieinhalb Stunden die Stadtgrenze Berlins erreichen. Wenn sich der Fahrer dann nicht noch verfahren hätte auf der innerstädtischen Autobahn und die falsche Abfahrt genommen hätte wären wir sogar richtig gut gefahren. Trotz - oder gerade wegen -
Spaß mit dem Navi eine gut Fahrt.
Über Hamburg an sich muss man ja eh nicht viele Worte verlieren und ich beschränke mich auf den Hafengeburtstag. Dieser war wie erwartet schön groß - man ist ja berlinverwöhnt - und halb Hamburg war bei Kaiserwetter auf den Beinen. Die andere Hälfte war schon zu betrunken oder blieb dem Spektakel fern. Oder beides. Das schicke Schiff hinten bei Blohm + Voss ist übrigens die unter der Flagge Bahamas fahrende
Brilliance of the Seas der Radiance Klasse aus der
Meyer Werft. (
Mehr Fotos von Frank Schönstedt).
Ein paaar Impressionen gibt es per Bild. Die umsonst und draussen spielenden
Die happy sind aber doch einiges zu dunkel geworden. Gerockt haben so aber trotzdem wie Hulle. Spaß hats gemacht. Selbst die
Nobodys Newcomer von
Namen habe ich vergessen haben einige Spanner angezogen. Und - man mag es kaum glauben - was wäre ein Fest ohne Kölsch oder auch nur kölsche Lieder? Genau. Zur Feier des Tages gab es für uns Strohhalme *hicks* in die Stangen und ein paar Jägermeister für lau. Als wenn das nicht genug wäre vermachte uns einer der 50.000 anwesenden Junggesellen
gernervter Weise eine Binde und ein Tampon anstatt uns auch nur einen Cent Geld abzuluchsen. Tja, wer
ficken will etwas erwartet muss freundlich sein. Wobei
Ficken ja nur zwei Euro kostet am Hans-Albers-Platz. Dort ist wohl auch die hamburger Regenschirmsammelstelle auf der anderern Seite. Verrückte Welt. Macht aber Spaß bei den Hamburgern, welche gerne ihre
BierAtra-Kästen neben dem Bett lagern. Moin!
Alle Fotos in meinem Album
Hafengeburtstag 2008 ansehen.