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#rp09 re:publica ’09 – Tag Zwei



re:publica ’09 – Tag Eins

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Der zweite Tag der re:publica begann gewohnt früh. Und er sollte erst spät enden. Was war ich froh dass alle frühen Vorträge sich noch quasi seriell abarbeiten ließen. Auch das sollte sich ändern. Aber anfangs wollte ich unbedingt unseren Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar zum aktuellen Stand des Datenschutzes in Deutschland sehen und hören was er zu sagen hatte.
Das war zwar auch nichts Neues, aber gut zu hören. Er sprach so ziemlich alle größeren Datenschutzskandale an welche es in die Medien geschafft haben. Also immer schön an die Datensparsamkeit denken – gerade was „neue“ Technologien angeht. Es ging auch um Ethik in der Informationellen Selbstbestimmung. Tim Pritlove vom Chaosradio stellte die Frage nach einem Digital Rights Management für Daten ähnlich dem für Musik. Kein so uninteressanter Gedanke doch wird es vermutlich an einer nötigen Infrastruktur scheitern.

Zeit für eine Kaffepause in der ich unerwarteter Weise eine Blognachbarin traf welche zufällig vorbei kam. So klein ist das Internet die Welt.

Ab 14 Uhr plus Zeitverschiebung fingen dann die interessantesten Themen an. So sprach Peter Glaser in einem vollen großen Saal der Kalkscheune über Internet und Ethik. Man merkte schnell dass dieser Mann darüber nachgedacht hat was und wie er es sagt. Viele wahre und gute Worte über Sinn und Unsinn technischer Möglichkeiten. Es gibt einen Wertewandel was die Weitergabe von Informationen angeht. Siehe Plattformen wie Facebook oder auch schon diese Poken-Dinger. Die Gesellschaft kommt von Massenmedien zu Medienmassen. Medien werden zu Lebensräumen. Evolution ist eine feine Sache! und as Muster der Demokratisierung sollte sich weiterverbreiten. Dabei hat gute Kommunikation ein Geheimnis: Was hat man wie zu sagen?

Der Vortrag über die Digitale Identität von Christiane Link und Tina Guenther schlug eine Brücke zur Philosophie und Psychologie. Eine gewisse Glaubwürdigkeit ist demnach Voraussetzung für soziale Netzwerke, Misstrauen keine Alternative. Eine eigene Identität und Ehrlichkeit bringen also weiter – dabei ist allerdings wichtig dass ich bestimmen kann wer welche Informationen über mich erhält. Es gilt also auch weiterhin dass man keine Informationen ins Netz stellen sollte welche man nicht auch in einer großen überregionalen Zeitung auf der Titelseite sehen könnte. Toll fand ich dass einige Vorträge in Gebärdensprache waren.

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In einem anderen Panel hatten auch Jugendlich ihren Platz. Wie fühlt sich die Generation Internet welche ein Leben ohne Internet nie kennen gelernt hat? Zumindest haben sie persönlich noch nie wirklich schlechte Erfahrungen im Netz gemacht.
Zu Vorträgen von kosmar sollte man schlauer weise mindestens eine Stunde früher erscheinen.
Zwar bekam ich einen Stehplatz mitten im Raum. Doch war es mir eher ungemütlich und ich ging unverrichteter Dinge wieder hinaus – trotz Anstehens.

So richtig voll wurde es auch bei dem Vortrag von Lawrence Lessig – einem der Vordenker des Open Source-Gedankens und Gründer von Creative Commons. Er erzählt FabelnGeschichten aus vergangenen Zeiten und der Gegenwart. Geschichten von Sätzen welche die Geschichte hindurch immer wieder erzählt wurden. Und immer noch so falsch sind wie beim ersten Mal. Freiheit und (Weiter)Entwicklung schafft neue Märkte und Möglichkeiten Dinge zu tun. Schreiben und Zitieren sind als demokratisch anzusehen – es wird ja jedem in der Schule gelehrt. Die Frage ob sich das auch auf das Internet übertragen lässt kann man anders stellen: Übersteigen die Kosten eines Systems mit Urheberrecht den gewünschten Nutzen? Man denke gerade an das Weiterverwenden und Remixen vorhandenen Materials wie es z. B. auf YouTube zu sehen ist – auch wenn man über Geschmack sicher streiten kann. Auch diese Möglichkeit der Konversation muss möglich sein. Oder wir landen irgendwann bei nur noch massentauglichen Inhalten mit Chartcharakter. Was für eine langweilige Welt! Natürlich hinken die Gesetze hinterher. Das sollte und aber nicht davon abhalten entsprechende Dinge zu tun. Und sie ggf. unter eine Creative Commons-Lizenz zu stellen.

Durch den allgemeinen Verspätungsdruck bin ich quasi gleich zur berühmtenberüchtigten Monochrome Show von und mit Österreicher Johannes Grenzfurther um mich mit ein paar Lachern geistig auf das Highlight des TagesAbends vorzubereiten. Die Twitterlesung 1.0. Wieder einmal großartiger Spaß rund um Twitter vom twitkrit-Team. Es gab wieder die berühmten Offline-Tweets und selbst Stefan Niggemeier durfte bzw. musste Vorlesen. Ich hatte kurzeitig überlegt wie es wohl aussehen würde wenn ich mit meinem Twitter-Shirt einen Failwhale auf der Bühne geben würde.

Angespasst durch das Twittertainment machten wir uns später auf die Suche nach etwas Trinkbarem.
Noch nie war ich so lange unterwegs zu einem Bier. Dafür bot das Bergstübl einen passenden Platz für den harten Kern von uns – entspannte Depeche Mode-Remixe inklusive. Mein Rückweg war dann auf von feiernden Abiturienten gesäumt – lost in Wedding des Nachts.

Weitere Fotos von hartem Alkohol, riesgen Pokens und Österreichern in meinem flickr-Album zur re:publica ’09.

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