Die Triple-D-Tour – Dagger in Dortmund, Duisburg und Dinslaken – Teil 1


Das erste Mal seit Jahren wenn nicht seit Jahrzehnten bin ich mit der Bahn unterwegs und nehme für eine längere Strecke nicht den ICE sondern den IC. Das sollte sich zumindest auf der Rückreise als spannend herausstellen. Generell war ich sehr gespannt was sich alles wie verändert hat. Allerdings hatte ich ein recht straffes Programm welches keine großartigen Spontanitäten zuließ. Meine Fahrt führte mich über die östlichste Großstadt des Ruhrgebietes Dortmund, danach direkt an die westliche Grenze in den Duisburger Norden und das angrenzende Dinslaken.
Sonst bin ich ja eher der knappe Reisemensch und mach nicht gleich die Pferde scheu falls ich es nicht schaffe zwei Stunden vor Fahrtbeginn am Bahnhof zu sein. Das anhaltende S-Bahn-Chaos dieser Tage ließ mich aber doch eine halbe Stunde zu früh am Bahnsteig aufschlagen. Fast zwangsläufig fuhr mein Zug durch Spandau. Eine Frau kam mit ihrer Familie in den Zug und wollte sie direkt am Sitzplatz verabschieden. Sie redeten eine ganze Weile bis sie meinte sie müsse jetzt gehen. Dann kam es wie es kommen musste. Die Mutter schaffte es nicht pünktlich auszusteigen. Der Zug fuhr mit ihr los. So hatten wir alle etwas davon. Unterhaltung also garantiert. Ein Kids Club direkt vor mir und das Wetter eher bescheiden. Letzteres besserte sich zum Glück mit jedem Kilometer in Richtung Westen. In Hannover hieß es Umsteigen in einen Zug mit Großraumabteil. Dieser erinnerte mich stark an die früheren InterRegio-Züge. Trotzdem hatte ich einen Fensterplatz reserviert – das sollte man unbedingt auf der Strecke – und genoss die Aussicht. Für ein spontanes Tweetup auf dem Bahnsteig bleib auch hier wieder keine Zeit – schade. Ab hier ging es rückwärts für mich. Damit habe ich zum Glück kein Problem – hat etwas von Kirmes-Karussell. Nerviger waren da schon meine Sitznachbarn welche sich angeregt mit gesundem Halbwissen über das Berliner S-Bahn-Chaos unterhalten. Dabei wollte ich doch weg von dem. Mag mich nicht an der Diskussion beteiligen. Ist das da hinten nicht das Hermannsdenkmal ? Jetzt zeigt sich auch wieder die Sonne. NRW heißt mich willkommen. Auch in diesem Zug ist die Unterhaltung garantiert. Mitglieder der Bundeswehr sind anwesend und der Obergefreite hat seinen Fahrschein vergessen wie er zu Protokoll gibt, haha. Zum Glück bin ich bald an Ziel Nummer Eins angekommen. Der Zug soll auch durch Bielefeld fahren. Irgendwie kann ich mich daran nicht erinnern …


In Dortmund ist alles Schwarz-Gelb. Und ich meine alles.
Auch alles andere ist in der Ruhrmetropole in den Vereinsfarben zu sehen. Bauschilder, Auspreisungen, Parfumverpackungen, Kleidung ohne Ende und selbst der FDP-Stand schaut in der Sonne eher Schwarz-Gelb als mit Blau aus. Die Zukunft ist Schwarz-Gelb. Das ist selbstverständlich nicht politisch gemeint.
Mit dem Regional Express ging es nach kleiner Foto-Tour nach Duisburg. Der Zug hatte nur eine halbe Stunde Verspätung. Wie voll der war brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Gerade noch einen Sitzplatz ergattert ging es vorbei an Denkmälern der Industriekultur durchs pottsche Herzen Richtung Rhein. Die dicke Regenwolke über der Stadt ergoss wie typisch ihre Ladung direkt über meinem Reisegebiet – ein i-Tüpfelchen ersten Ranges. Wie praktisch es doch war dass ich mich in Duisburg nicht so gut auskannte und den schnellen Weg zur U-Bahn ob der schlechten Beschilderung nicht fand. Ein kleines Hinweisschild sah ich in der Haupthalle aber doch und folgte ihm. Raus in den Regen und Richtung Norden. Google und mein GPS waren allerdings nicht ganz so exakt wie ich es mir wünschte. Eher zufällig sah ich mich nach ein paar Minuten laufen um und sah den Eingang in den interessant gestalteten U-Bahnhof. Der U-Bahnhof selbst besitzt Bahnsteige welche an einem Gleis unterschiedliche Höhen haben. Die U- bzw. Straßenbahnen halten dementsprechend nicht überall auf einem Bahnsteig. Dafür halten die Züge einer Bahnlinie durchaus auf verschiedenen Ebenen übereinander hatte ich das Gefühl und auf den Anzeigetafeln sind nicht immer die korrekten Endbahnhöfe genannt. Für Walsum gibt es mehrfache Möglichkeiten welche erst sehr kurz vor der Zugeinfahrt wie anderswo üblich korrekt angezeigt werden. Eine Herausforderung welche ich schließlich doch meisterte. Eine Bahn habe ich zwar verpasst. Da ich aber eh eine halbe Stunde Verspätung hatte machte das auch nichts mehr. Interessante: Die GPS-Signalstärke war in Nordrhein-Westfalen durchgängig viel stärker als in der Hauptstadt.
Was wenig passend scheint: Fliegende Nashörner als kultureller Teil des Stadtbildes sind mir bisher ein größeres Rätsel als der Hamburger Wasserträger Hummel welche in verschiedensten Ausprägungen das Bild der Hansestadt bereichert. Wesentlich besser passen in Berlin die Buddy Bären und die Löwen in München. Inzwischen nimmt die halbe Republik an solchen Tierparaden teil.
Ende Teil 1, hier geht es zu Teil 2.











