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Das Socialcamp 09 in Berlin

Das Barcamp für Weltverbesserer.

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Kaum beim Socialcamp 2009 mitten in Kreuzberg im selfHUB angekommen ging es auch schon los mit der ersten Session im „Raum 6“ zum Thema Open Source und Open Campaigning. Ganz schön viele Pulliträger hier. Was natürlich auch am eher grauen und kühlen Wetter liegen könnte.
Zukunftswünsche für entsprechende Software wären die Nutzung aktuellster Technologien und Dienste aus dem Web. Aktivisten im Netz orientieren sich eher an Zielen denn an Organisationen und eine Organisationen alleine wird politisch nicht so viel erreichen wie mehrere gemeinsam.
Das sind Erkenntnisse. Ich war mir zwischenzeitlich nicht ganz sicher ob Nerds anwesend waren wenn in der anschließenden Diskussion Probleme schon bei der Installation von Open Source Software angesprochen werden. Diese gibt es hin und wieder ganz sicher, nur ist dies eine ganz andere Baustelle.

Danach erst einmal ab in die Lounge und den leckeren Kaffe gekostet. Die Küche war schon fleißig am Vorbereiten vom Mittagessen – was wohl der Grund war weswegen ich kein Müsli mehr abbekam. Macht aber nichts, ich hatte gut gefrühstückt und leckere chocri Schokolade war ja auch noch da.

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Robert Dürhager hielt die nächste Session zum Thema eCampaining. Er führt aus dass es nicht reicht einfach eine Seite aufzubauen und sie sich selber zu überlassen. Eine gute Strategie und ein eigener Platz in der Organisation sind wichtig für den Erfolg. Eine Do-it-Yourself-Strategie – bekannt und gern benutzt im Web 2.0 – wird gebraucht und immer wieder noch ist Email das Medium Nummer Eins in der Kommunikation. Dabei sollte nicht vergessen werden den angesprochenen Nutzer mit einzubinden. Das man für solche Unternehmungen keine nicht nur Praktikanten einsetzen sollte selbstverständlich sein, wird aber immer noch erstaunlich wenig so umgesetzt. Robert nennt viele wichtige Dinge an welche offenbar häufiger nicht gedacht wird. Z. B. nicht zu viele Mailings pro Woche herausschicken. Wer zu häufig Mails bekommt stumpft doch irgendwann einmal ab.

Bei Social Business 2.0 - Crowd Sourcing von Holger Schmitz ist ein erheblicher Punkt die Motivation der Menschen. Die 90-9-1-Regel findet auch hier Anwendung. 90 % sind einfach nur dabei, 9 % interessierte Mitglieder der Community und 1 % der Teilnehmer ist aktiv bei der Sache. Ein weiteres Beispiel für Crowd Sourcing: Der beste Schätzer ist nicht gut im Schätzen wie die mittlere Schätzung der Crowd. Dabei lässt sich Crowd Sourcing beispielsweise gut im Design, Entwicklung und Testing einsetzen. Crowd Sourcing ist also ein Aspekt der Mitmachgesellschaft. Alte Strukturen von Machern und Konsumenten werden aufgeweicht. Passend zum heutigen Mitmachweb. Ein gutes Beispiel dafür: Tchibo Ideas.

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Die Session Kunst, Kultur und Social Media von Norbert Hayduk & Herr Unbekannt war auch interessant. Künstler sind ja manchmal nicht so internetaffin falls sie nicht gerade Medienkünstler sind. Fachbegriffe schrecken auch hier eher ab und ein behutsames Vorgehen ist gefragt.Obwohl die Vorteile von Social Media auf der Hand liegen ist der Mehrwert manchmal schwer zu vermitteln, die Angst vor Neuem sitzt oft noch tief. Es lief ja bisher auch ohne ganz gut. Der Künstler sucht sich eben sein Medium. Dabei klappt schon die reine Organisation über das Web gerade bei einem größeren Personenkreis viel besser als ohne. Nicht zu vergessen die Offenheit und mögliche Reaktionen Unbeteiligter auf z. B. eine Ankündigung oder Projektvorstellung. Und auf einmal sind wir wieder bei Blogger versus Journalisten… Auch wenn aktuell 34 % der Befragten glauben dass langfristig das gedruckte Buch verschwinden wird bleibt doch für jedes Medium ein Nischendasein. Also bloß keine Angst haben.

Es folgte die Afrika-Session Activism + Social Media - Bootom-up Innovtion from Africa zum Thema Mobilfunk. Im Mobilfunksektor gibt es dort höchste Zuwachsraten. Das Mobile kombiniert verschiedene Nutzungen. Auf Ushahidi.com können Nutzer Gewalttaten per Kurzmitteilung melden. Diese werden verifiziert und auch auf Karten dargestellt. Das Dokumentieren verhindert zwar nichts direkt, aber es wird vermehrt und einfach in die Öffentlichkeit getragen. Es kann so ein gewisser Druck aufgebaut werden bestehende oder neue Missstände anzugehen. Unabhängige Beobachtung bzw. Veröffentlichung wird manchmal so erst ermöglicht. Auch interessant: In Afrika werden teilweise bis zu 50 % des Einkommens für Kommunikationskosten aufgewendet. Sehr viel Kreativität wird dort in innovative Produkte gegossen.

Auch wenn ich den Sonntag eher durch Campabwesenheit glänzte - was aber nicht den Feiernachirkungen der Campparty geschuldet war - waren doch die wenigen Stunden schon sehr interessant und wieder neue Menschen kennengelernt. Man dankt allen Beteiligten und freut sich auf das nächste Mal. Und die nächsten Toilettentweets.

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