Wissenschaft die Wissen schafft – Der Science Express

Nicht auf Gleis Neun Dreiviertel sondern ganz real auf Gleis neun steht dieser Tage der Science Express – Ein langer Zug vollgepackt mit Informationen und wissenschaftlichen Experimenten zum Ausprobieren. Worum geht es? Darum den Normalbürger direkt in seiner Nähe die aktuellen Themen, Erfolge und Ziele der Wissenschaft und Forschung näher zu bringen. Und zwar zum Anfassen und Ausprobieren.
Kurz vor Einlassschluß schaffte ich mich am Anfang der etwa einstündig langen Schlange in den Eingangszug zu begeben und eine Pressemappe zu greifen. Zwar durfte ich mit Blitz fotografieren, ich unterließ es aber aufgrund ... Fotos folgen. Mich interessierte – wie so viele Menschen trotz „Wirtschaftskrise“ – was einem aus dem wissenschaftlichen Elfenbeinturm heraus in unterschiedlichst gestalteten Wagen erklärt und an Technik gezeigt wird. Von dem was unsere Welt im Innersten zusammen hält bis zu den Sterenn, kosmischer Strahlung wird mit der Ausstellung so ziemlich alles abgedeckt was heute für wichtig in der Forschung erachtet wird. Heilen von Krankheiten, Stillen von Hunger, Bio- und Nanotechnologie, Transport- und Materialwissenschaften um nur einige zu nenne. Auch dieses Internet von dem alle reden wurde visualisiert und erklärt. Und mitten im Zug ein Wagen voller Bäume – naja, Birkenstämme. Überall leuchtet irgendetwas, macht Geräusche und lädt zum spielerischen Ausprobieren ein. Fragen wie Sind unsere Gedanken wirklich frei? oder ob wir eine vollständig vernetze Welt überhaupt bewältigen können stehen ebenso im Raum wie die Fabrik der Zukunft und die Ernährung von neuen Milliarden Menschen. Wer über Fragen wie Wie alt wollen wir werden? nachdenken mag kann sich in eine Kuschelsonne begeben oder zur Abwechslung einem Rasterkraft-Mikroskop bei der Arbeit zuschauen, lässt sich von diversen Lichtspielen inspirieren, hört den vielen Ton oder Videodokumenten zu, Gedanken werden sichtbar gemacht und die hellste weiße LED der Welt gezeigt. Die dunkle Materie im Universum wird veranschaulicht obwohl sie noch niemand gesehen hat und Multitouch-Tische (das kennen wir ja schon zu genüge) laden zum spielerischen Umgang mit Informationen ein. Noch ein bisschen konkreter wird es beim Steuern von 3D-Sbildschirmen oder einer Handprothese.
Besonders viel Spaß scheint es den Kindern zu machen. Die waren typischer Weise immer ganz begeistert und ganz vorne mit dabei. Das war sehr unterhaltsam und ich mag jedem mit Kindern oder auch nur einem Hauch von Interesse raten sich bis Dienstag das Ganze einmal anzuschauen. Der Zug steht noch bis Dienstagnachmittag im Bahnhof Gesundbrunnen in Berlin. Mehr Informationen auf der Homepage des Science Express in Berlin. Es muss mit längeren Wartezeiten gerechnet werden. Am Dienstag soll auch der 260.000 ste Besucher begrüßt werden. Ob von Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Anette Schavan persönlich weiß ich zwar nicht. Sie wird aber mittags auch vor Ort sein. Das wird auch die letzte Gelegenheit für den Zug sein. Wer war dann 5 Monate unterwegs auf 62 Stationen überall in Deutschland. Das „Original“ fuhr übrigens 2008 in Indien. Da Siemens ein großer Förderer des Science Express ist haben sie auch gleich eine Webseite dazu gemacht. Naja, gleich mehrere zum Thema. Bei der einen fehlen Zugangsdaten bei der anderen ist die Navigation in Flash. Zumindest kann man sich dort die Wagen etwas näher anschauen. Später gibt es an gewohnter Stelle – also hier im Blog – auch die Bilder von mir dazu.
Für die Techies: Der komplette Science Express besteht aus zwölf Wagen und hat eine Gesamtlänge von 333 Metern. Ob Länge über Puffer gemeint ist war nicht herauszubekommen. Bei einem Gesamtgewicht von 480 Tonnen verbraucht der Zug 70 Kilowatt Strom, die Lokomotiven liefern davon 3.20 Kilowatt, was ca. 4.900 PS entspricht.
Dagger am Sonntag, 22. November 2009, 23:08 in The World in my Eyes










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