Berlinale 2010: Teil 2 – En familie und San qiang pai an jing qi

Tatsächlich hatte ich auch weiterhin wenig Zeit für die Berlinale in diesem Jahr.
Dafür musste ich für die weiteren Filme gar nicht lange warten. Um ehrlich zu sein musste ich gar nicht warten wie so viele andere – ich ließ warten. Und zwar kurz am Internetcounter. Der Sonntag fing also entspannt an und wir verbrachten eine lange Zeit im Berlinale Palast.

Als erstes wurde ein dänischer Film vorgeführt. Die Dänen haben ja ihre ganz eigene Art Filme zu machen, bla bla bla. Der Film En Familie erzählt einen Teil der Familie Rheinwald nach. Rikard Rheinwald (gespielt von Jesper Christensen) , dem Oberhaupt der Familie, geht es nicht wirklich gut und bald schon wird klar dass eine Nachfolge für das traditionsreiche Bäckerunternehmen Rheinwald gefunden werden muss. Das ist aber gar nicht so einfach da die eigentlich dafür in Frage kommende Ditte (Lene Maria Christensen) sich gerade zwischen einem Kind und einem großartigen Job in New York entschieden muss. Ihr Freund Peter (Johan Philip Asbæk) macht da mit ist aber über die späteren Entwicklungen in der Familie ebenfalls wenig glücklich. Ein Drama bahnt sich an. Regisseur Pernille Fischer Christensen hat einen recht tragischen Film geschaffen welcher mit seinem ganz eigenen Stilmitten wie der Positionierung der Charaktere auf der Leinwand an der rechten Seite und Änderung der Schärfeebene ein schönes Gesamtbild ergibt.

Der anschließende Film brachte eine ganz andere Stimmung wieder. So ganz klar war es uns vor dem Kartenkauf nicht, aber es wurde eine Komödie. Wenn nicht sogar die ein oder andere Slapstick-Einlage überraschte. „San qiang pai an jing qi“, auch bekannt als „A Woman, a Gun and a Noodle Shop“ oder „Simple Noodle Story“ hatte eindeutig einen erhabenen Spaßfaktor. Erst etwas gewöhnungsbedürftig stellte sich heraus dass ich schon lange nicht mehr so über einen Film gelacht habe in dem so wenige Schauspieler agieren.
Eine einsam gelegene Nudelküche in China wird zum Schauplatz von Verbrechen und Verwicklungen welche einem nicht unbedingt das Herz aufgehen lassen. Aber schön anzusehen sind. Die Landschaft ist zwar etwas eintönig – an Pflanzen kann ich mich gar nicht erinnern – doch macht der Film eindeutig Spaß und ist schön gefilmt. Regisseur Yimou Zhang spinnt eine Story aus kleinen und großen Intrigen mit etwas Leideschenschaft und eben viel Humor. „Der Chef, seine gekaufte Frau und ihr Liebhaber“ würde es nur unzutreffend beschreiben. Tatsächlich sind die Protagonisten der Chef der Nudelküche Wang (Ni Dahong), seine Frau (Yan Ni) und ihr Liebhaber Li (Xiao Shenyang), der schüchterne Koch. Wäre da nicht Zhang (Sun Honglei), der Polizist könnte die Geschichte auch nicht wirklich gut ausgehen. Aber schaut selbst. Im Netz findet sich neben dem Plakat auch ein Trailer zu „A Woman, a Gun and a Noodle Shop“. Die Farben sind im Film viel intensiver. Ansehen wenn man das mag.
Mein Teil 1 der Berlinale und Fotos von der Berlinale 2010.










