Das Community Camp 2011 #ccb11



Wie jedes Jahr – inzwischen bin ich tatsächlich von Anfang an dabei – war ein Highlight in Sachen Barcamp das Community Camp. Von der Planung gab es 2011 bei mir ein ziemliches Durcheinander aber zumindest der Samstag auf dem Community Camp lief gut wie geplant ab. Die Reihenfolge der Session stimmt manchmal nicht. Vielleicht macht es das aber auch spannender.
Die erste Session welche ich besuchte war ein Community Summit Review. Ein paar Einsichten die nicht unbedingt etwas neues sind aber auch gesagt werden wollen. Zum Beispiel dass der Use-Case mobil anders ist als am PC oder das Social Features nur ab einer kritischen Masse funktionieren. Gameification kann gut genutzt werden als Incentive für Status, Power oder auch Access – als ein immersiver Ansatz. Allein dies reicht aber nicht aus, wie man z. B. bei Foursquare sieht. Dabei ist immer die ganze Community im Spiel.
Die Klassische Session über Community Management gab ich mir auch. Auch hier wieder Dinge die für den Kenner weniger neu sind aber für die meisten sicher eine gute Auffrischung und für die Neuanfänger wichtige Hinweise liefern. Regeln und AGB sind klar, konsistent und transparent zu gestalten. Die Umstellung auf Klarnamen ist ein Spannungsfeld. Was wir nicht zuletzt ganz aktuell bei Google + sehen. Auf die Vor- und Nachteile möchte ich hier weniger eingehen, diese findet man zuhauf im Netz. Die Attraktivität einer Plattform sinkt mit dem Klarnamenzwang ganz erheblich, bis zu 60 % werden berichtet. Man braucht also soziale Kompetenz für digitale Kommunikation und entsprechende Handlungs- und Kommunikationsbefugnisse mit möglichst schnellen Reaktionen. Wir lernen: Rocker, z. B. in einer Wacken-Community sind ganz stressfrei weil die emotionale Verbundenheit mit dem Thema groß ist. Für den Nutzer einfache Feedback-Prozesse sind wichtig genau so wie transparente, nicht-emotionale Koordination mit transparenten Konsequenzen. Dabei sind klar definierte Abläufe praktisch. Diese können gut mit einem Ticket-System realisiert werden Ein Trugschluss ist Community Management immer noch als Content-Generierung und redaktionelle Aufarbeitung zu sehen.


Zur Organisation von Communities ein paar Stichworte: Governance- und Eskalationsprozesse, Unterstützung durch IT, dabei nicht die menschliche Seite beim Moderator vergessen. Teamplay und Freude gehört dazu. Also Supervision.
Community Management und Social Media Management scheinen zusammenzuwachsen.
Stefan Evertz über das SchokoCamp (@SchokoCamp) hat gleich mal ein paar Beispiele für Schokolade mitgebracht welche er unter den Teilnehmern verteilt. Dabei ist die Idee des SchokoCamps nur wenige Stunden früher auf Twitter entstanden, wobei ich nicht ganz unschuldig war. Verschiedene Aspekte und Dinge wie beispielsweise auch Wein sollen zusammengebracht werden. Neue Erfahrungen und Kombinationsmöglichkeiten. Erst einmal wird über die generelle Organisation eines Barcamps und insbesondere eines SchokoCamps geredet. Ein Logo (beta) gibt es sogar auch schon. Die Frage des exklusiven Sponsorings ist gerade bei dem Thema Schokolade spannend. Einerseits wird es bestimmt ein ausgewachsenes Barcamp mit um die 100 Leuten. Andererseits muss man erst einmal einen Platz finden in dem sich verschiedene Schokoaden-Sponsoren nicht auf die Füße treten.
Romy Mlinzk hält nun etwas zum Thema Schmutzige Tricks für Community Manager auf Facebookseiten. Da geht es um die unterschiedlichen Sichtbarkeiten von Beiträgen auf Facebookseiten für unterschiedliche Personen. Das Glo-Magazin hat sich durch ein unkommentiertes Löschen eines Beitrages von Romy nicht gerade hervorgetan. Das Interessante: Romy bloggt für das Magazin. Später wurde sich dann entschuldigt. Wir lernen also noch. Auch bei den Statistiken kann man einiges sehen und tricksen was sicher den meisten Nutzern ohne Facebookseite nicht bewusst ist. Wie alles andere auch ändert sich dies aber auch häufiger mit der Zeit auf Facebook. Das dritte Insight ist dass man besser keine Third-Party-Application zum Posten nutzen sollte da alle Beiträge von Third-Party-Application zusammengefasst werden was bedeutet das der einzelne Post schneller unsichtbar wird. Trick: Beim Posten von Fotos kann man hinterher den Text des Posting auch ändern falls ein Rechtschreibfehler gefunden wird.
Die Session über Tagging von Oliver Überholz fing ja erst einmal ohne ihn an. Eine spontane Diskussion über Tagging entstand bis er doch noch eintraf. Der Großteil ist sich einig dass Tagging eine gute Idee ist und nutzt diese mehr oder weniger fleißig. Tagging im Allgemeinen geschieht weil wir etwas wieder finden wollen. Vielleicht auch damit andere einen besseren, vielleicht auch maschinellen, Zugang haben. Unterschieden werden auch zwischen geschlossenen und offenen Vokabularen welche auch nachträglich von allen Nutzern geändert und erweitert werden können. Unterschiedliche Typen oder Kategorien werden auch genutzt wie zum Beispiel, Geo-tags, Zeit-Tags, Organisationen. Interessant ist das Aufspannen von Taxonimiebäumen mit Tags welche anderen tags untergeordnet sind.

Tag 2. Die erste Session über Internationalisierung national gemachter Erfahrungen von Sascha Pfeiffer und Romy Mlinzk. Dummeweise konnte ich mich bei dieser Session noch nicht so konzentrieren. Sie war aber interessant! Eine weitere Session ging um Coorporate Speed Dating von Tanja Köppers von Eliteparnter. Relativ unpraktisch für mich weil ich ja privat hier war. Es war aber doch ein großer Spaß und man lernt viele neue Menschen kennen oder schon bekannte noch etwas besser. Ganz witzig.
Die Session über die zwei Hüte des Community Managers von Motortalk.de ist total überfüllt. Es werden verschieden Nutzertypen vorgestellt. Früher waren erst die SysOps, dann kamen die Admins und später erst die Social Media Manager. Verschiedene Expertenrollen differenzieren sich aus. bei 10.000 Beiträgen pro Tag und nur 20 freiwilligen Moderatoren ist dann auch nur noch eine passive, reaktive Moderation möglich.
Der Moderator muss Präsenz zeigen können und dennoch Teil der Gemeinschaft sein. Er kennt die geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze der Community. Selbstverständlich sollten für einen Moderator Dinge sein wie Fehler zugeben, menschlich bleiben sowie Zusagen machen und diese dann auch selber einhalten.
Wo befindet sich ein Community Manager im Unternehmen war die Fragestellung einer weiteren Session. Man wird am Umsatz gemessen und muss offenbar immer noch erst einmal Verständnis für die eigene Arbeit machen. Und eben auch zahlen vorweisen kommen. Selbst die Einmischung von andren Stellen in den eigenen Bereich ist noch üblich, es fehlt an Verständnis und auch Aufwand um beispielsweise auf x Postings zu reagieren. Social Media ist und bleibt eine große Chance im Unternehmen. Und sollte nicht Teil eines Call Centers zur Fallbearbeitung sein. Auch wenn man gemessene Zahlen hat so sind doch selbst die harten zahlen nicht immer wichtig oder verlieren auch an Gewicht. Die Reputation ist ja auch ein Wert. Aber auch schwierig zu messen wie selbst der Wert eines Events wie zum Beispiel des Community Camps.
Die letzte reguläre Session wieder von Oliver Überholz war über den perfekten Launch. Wichtiger Punkt: Die Zusammensetzung des Kernteams, möglichst gemischt. Was förderlich für einen guten Start in allen Bereichen ist. Wichtig ebenso eine klare Prozessbeschreibung, die Beispielwirkung sowie eine klare Zielsetzung. Sinnvoller Weise sollte es auch einen frühen Vorab-Launch geben bei dem die Mitarbeiter schon vor dem eigentlichen Launch auf der Plattform sein können, sich dort austauschen und ggf. noch Bugs melden können. Später sind dies dann die alten Hasen. Das Kernteam ist auch verantwortlich für die ersten guten Inhalte. Für Nutzer ein kleines Starter-Paket: Begrüßung, klare Regeln und auch Anweisungen was überhaupt zu tun ist und was man machen kann. Dann gibt es ein schnelles Erfolgserlebnis und die Aktivität in der Community wird erhöht. Das Abarbeiten des Starter-Paketes wird auch von einem großen Teil der Nutzer durchgeführt.
Verstärktes Community Management zum Anfang der Community, schnelle Rekrutierung von Power-Usern und das etablieren von Standards sind eine gute Idee. Lob und Anerkennung sollten nicht fehlen, darauf reagieren die Menschen hinter den Bildschirmen positiv. Was selbstverständlich auch ohne Community gut funktioniert. Zu viele Features anfangs erschlagen den User eher. Lieber Stück für Stück einbauen und dies kommunizieren. Auf Feedback kann so besser eingegangen werden und neue Features besser auf die Nöte der Nutzer angepasst werden.
Das Community Camp war auch dieses Jahr ein tolle Idee. Vielen Dank am die Orga, Helfer und die Teilnehmer. Es freut mich wieder einmal alte Bekannte und neue Gesichter zu sehen. Freue mich schon auf das nächste Jahr. Auf Wiedersehen beim Community Camp 2012.
Alle meine Bilder im flickr-Album Community Camp, alle mit dem Apfelfon gemacht. Das merkt man zu sonst schon. Und ein paar offizielle Fotos gibt es auch noch.


Dagger am Mittwoch, 2. November 2011, 23:33 in Triff das Internet










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