Schluss mit E plus! Kein O2? Und nu?

Mit E plus ist seit Anfang das Jahres endgültig Schluss! Zumindest für die nächsten paar Jahre. Wir erinnern uns: E Plus zum IX. – Kleine Zahlenspiele. Der Vertrag mit einem für mich gar nicht so ungünstigen Tarif lief am dritten Januar 2011 aus. Danach wollte ich so nahtlos wie möglich in einen neuen Postpaid-Mobilfunkertrag übergehen und insbesondere auch meine alte Nummer mitnehmen. Was mir und allen Telefonkontakten Umstände, Zeit und Nerven spart. Ausgesucht hatte ich mir einen O2o Tarif bei O2. Warum nicht, dachte ich mir? Man zahlt nur das, was man auch verbraucht und selbst die Mobilfunk scheint brauchbar für meine Internetnutzung unterwegs. Und ich wollte unbedingt auch einen Netzbetreiber direkt als Partner haben – zum Beispiel deswegen (leider kostenpflichtiger Artikel in der c‘t über debitel). So bestellte ich online Weihnachten 2010 den Tarif. Kann man nicht viel falsch machen. Wenn es etwas besseres gibt wechsel ich einfach. Man kann ja monatlich kündigen.. Dachte ich mir.
Dafür musste ich aber erst einmal einen Vertrag haben. Den bekam ich leider auch nach erneuter telefonischer Bestellung nicht. Stattdessen trudelte eine Mail ein mit dem Hinweis Leider können wir Ihrem Auftrag nicht entsprechen. Die Ablehnung stützt sich auf eine automatisierte Einzelentscheidung". Daraufhin fragte ich auf Twitter, per Mail und im Flasgship Store in Berlin nach, was da los sei und wie ich doch noch einen Vertrag bekommen könne. Einen Leidensgenossen fand ich in Marco von Minds Delight, welcher auch keinen Mobilfunkvertrag bei bekam. Bei Nachforschungen nach dem Warum fand er die beschämende Wahrheit heraus. Stichwort: Scoring. Beim letzten Besuch dort hatte der Beitrag 222 Kommentare…
Das Problem: Mobilfunkprovider versuchen sich verständlicherweise abzusichern gegen Kunden welche gerne die Zeche prellen und lieber ein schickes, neues Handy in der Hand halten anstatt ihre Rechnungen zu bezahlen. Dazu nutzen sie die Dienste von sogenannten Scoring-Firmen, quasi die Rating-Agenturen für das Alltagsleben. Diese wiederum versuchen aus Anschriftendaten, Daten zur Person und zur Wohnsituation zu schließen zu welch einem Prozentsatz man seine Rechnungen bezahlen werde, das nennt sich dann Erfüllungswahrscheinlichkeit. Fällt der berechnete Wert kleiner als ein bestimmter Wert aus, vielleicht die Durchschnittserfüllungswahrscheinlichkeit, wird wohl davon ausgegangen dass man seine Rechnungen nicht, oder nicht oft genug, bezahlen werde. Das Interessante daran ist, dass zur Berechnung dieses Wertes gar keine Daten über bisherige Zahlungen von Rechnungen vorliegen müssen sondern eine Schätzung anhand anderer Werte wie den oben angegebenen stattfindet. Man schließt also aus dem statistischen Zahlungsverhalten der Nachbarn und anderen Messgrößen auf das einer konkreten Person. Wie übrigens auch das Alter bestimmt wird anhand des Vornamens falls das Alter nicht bekannt sein sollte (Moment, ich hole meine Glaskugel). Genaueres dazu wiederum bei Marco.
Die gleiche Mobilfunk-Unternehmen welche durch Scoring Verträge ablehnen schaffen es allerdings ohne Probleme, Menschen, welche gar keine Verträge abschließen dürfen – beispielsweise Menschen mit gerichtlich bestellten Betreuern – Mobilfunkverträge inklusive Handy im Ladengeschäft zu verkaufen. Dieses auch gerne mehrfach am Tag!
Die Folge: Die Verträge werden vom Betreuer problemlos für nichtig erklärt. Die Betreuten haben ja nicht ganz ohne Grund einen gerichtlich bestellten Betreuer. Die Handys sind dann üblicherweise schon vertickt und können nicht zurückgeholt werden. Und das, obwohl die entsprechenden Unternehmen teilweise mehrfach informiert wurden.
Mir konnte an jeder angefragten Stelle nur geraten werden eine schriftliche Anfrage an die Bonitätsstelle von O2 senden. Ich soll also nochmals Mühe, Zeit und Geld dafür ausgeben dass ich bitte, bitte, bitte einen Postpaid-Mobilfunkvertrag bekomme? Was soll dass denn? Aus Datenschutzgründen, wie es heißt. Kopfschütteln auf meiner Seite obwohl ich ein Fan von Datenschutz bin wo sinnvoll oder gar notwendig. Den Brief schrieb ich schlussendlich doch noch. Schließlich wollte ich O2 noch eine Chance gebe. Auch weil ich tatkräftige Unterstützung einer Mitarbeiterin dort bekam. Danke nochmals. Meine Follower sind eben toll!
Inzwischen habe ich zwei Prepaid-Karten eines anderen Anbieters erstanden. Jegliche Telefonate innerhalb deutscher Netze kosten dort 9 Cent pro Minute – um einiges günstiger als bei der Sauerstofffirma. Das Angebot für mobiles Internet ist allerdings nicht ganz passend. Dafür hat mir klarmobil aber auch einen Postpaid-Vertrag zugesagt. Zumindest die Nummer ist damit gerettet und ich kann auch dort monatlich kündigen. Mehr Empfangsbalken im Apfelfon als zu der Zeit wo ich noch bei E plus war habe ich übrigens auch. Mein Heldentelefon – das HTC Hero – habe ich übrigens Spaß bringend verkauft.
Über eine Woche später warte ich noch immer auf eine Antwort O2. Trotz vorsorglich mitgeschickter Ausweiskopie und dem Vermerk Dringend. Und es ist mir dringend wegen der alten Mobilfunknummer welche ich ja wie erwähnt unbedingt mitnehmen möchte. Bin gespannt wie es weiter geht.
Kleines Update:
Heute kam ein Brief. Man nimmt sich meiner Sache anm, braucht aber noch Dinge von mir. Ich mach dann mal.
Stay tuned!
Dagger am Dienstag, 18. Januar 2011, 19:12 in Life & Style










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