
Irgendwie ist es wie immer mit diesen Karten. Zum größten internationalen Filmfestival in Berlin – der
Berlinale – gibt es ein tagelanges Durcheinander wer, wann, welchen Film schaut, Karten besorgt, was passiert wenn es keine Karten mehr im Vorverkauf gibt, welches die Alternativfilme sind und und und …
Nach dem die ersten Karten besorgt sind stellt sich irgendwann der Punkt ein an dem man alles gelassener sieht. Zumal man das
Programmheft – die dickere Variante, das
Journal – immer bei sich hat. Das ist ein ganz schöner Klopper. Allerdings stehen nur dort die Zahlencodes der Filmvorführungen welche die einzelne Vorführung eines Filmes eindeutig in Raum und Zeit kennzeichnen. Diese zu wissen und am Ticket-Schalter nennen zu können ist die schnellste Art Karten zu bekommen – wenn man dran ist. Das
Regelwerk des Kartenverkaufes gleicht dem Irrgarten einer Steuererklärung für Anfänger. Menschen welche gar nicht wissen welche Filme sie noch schauen mögen sind am Counter dann doch die Hölle.
Ein paar gemachte Bilder sind natürlich wieder mit dabei hier im Blog. Alle Bilder gibt es im flickr-
Album Berlinale welches zurzeit noch erweitert wird. Also einfach in ein paar Tagen erneut reinschauen.
Aber nun zu den Filmen. Als erstes war
Griff The Invisible an der Reihe. Ein Film aus der Sektion Generation 14plus für preiswerte drei Euro pro Karte. Also prinzipiell eher für jüngeres Publikum. Welches auch in Massen bei der Premiere vorhanden war. Dafür war es auch eine eher lockerer Atmosphäre welche den Filmgenuss im
Haus der Kulturen der Welt begleitete. Hauptdarsteller sind
Ryan Kwanten, welcher auch schon im Wettbewerbsfilm True Blood mitspielte, und
Maeve Dermody, welche man am ehesten noch aus Magpie in Erinnerung hat. Die beiden spielen in einer Liebeskomödie
from the Heart zwei Außenseiterim Leben. Er ein typischer Angestellter welche sich nicht gegen seine Kollegen durchsetzen kann, sie wohnt noch bei ihren Eltern und hat ihre Dates zu hause im trauten Kreis der Familie. Was vielleicht der Political Correctness des
American Way of Life geschuldet ist. Doch nachts ist bei Griff alles ganz anders. Er hält als Superheld mit batmanartigem Anzug sein Viertel sauber und Melody bastelt in ihrer Freizeit an physikalischen Theorien nach denen das Durchdringen von Wänden ein Leichtes sein sollte. Natürlich verlieben sich beide auf ihre ganz eigene Art und Weise. Und zwar gerade weil sie anders sind. Griff The Invisible ist eine schöne, etwas nerdige, Liebe in der auch Enttäuschungen nicht ausbleiben.
Life in a Day hingegen ist DER Film für Netzbewohner. Es ist ein Film über das Leben am 24. Juli 2010,
Life in a Day auf Youtube eben. Regisseur
Kevin Macdonald und Produzent
Ridley Scott haben 80.000 Filmclips mit etwa 4.500 Stunden Spielzeit gesichtet und zu einem großartigen Film zusammengeschnitten. Das Leben der YouTube-Nutzer von Alpha bis Omega. Alles kommt vor, aus unterschiedlichsten Ländern und Kulturen werden Szenen des Lebens gezeigt. Auf dem Sundace Filmfestival lief der Film mit Recht. Wenig nerdig, dafür um so kurzweiliger. Keine Premiere im CinemaxX am Potsdamer Platz. Dafür Sonntags morgens zu noch fast zu einer Zeit welche man an diesem Tag gerne noch im Bett verbringt.
Der nächste Film lief in der etwas altbacken aussehenden Urania.
Les Contes de la Nuit ist ein französischer Märchenfilm mit einer frohen Botschaft. Oder gleich mehreren davon. Die Protagonisten denken sich verschiedene Theaterstücke aus. Es werden in diesem im Wettbewerbsfilm verschiedene Episoden in 3D Scherenschnitttechnik gezeigt. Film Schwarz und Farbe. Was mich ein wenig irritierte, da ich 3D nicht gerne schaue. Es gab ein großes Hin und Her, die Karten wollte ich schon verkaufen. Das gelang auch beinahe und dann doch wieder nicht. Im Endeffekt setzte ich mir die Dolby-3D-Brille auf ohne die das ganze kein Vergnügen war. Damit konnte man den Film durchaus sehen, auch wenn es etwas unbequem für Brillenträger ist. Irgendwie sah man schon cool aus und der Animationsfilm von Regisseur
Michel Ocelot war ein unterhaltsames Vergnügen. Nicht sehr tiefsinnig und auch ohne 3D funktioniert der Film. Muss man nicht im Kino sehen. Der 3D-Effekt ist aber bestimmt besser als bei so manchem anderen Film gemacht. Unterhaltsam ist er allemal.
Stay tuned für einen zweiten Teil Berlinale!

Dagger am Samstag, 26. Februar 2011, 21:23 in
Projektor