Das Community Camp 2009

Wie letztes Jahr war die cimdata Medienakademie der Ort des Geschehens. Rund um einen lauschigen Hinterhof in Berlin Charlottenburg gelegen fand auch dieses Jahr wieder das Community Camp 2009 in passendem Ambiente und guter Atmosphäre statt. Typisch: Wie
Die erste Session auf


Hate Speech in Online Communities von Birte Goldt von www.wer-weiss-was.de war die zweite Gelegenheit länger zu sitzen. Erst Erklärung was Hate Speech eigentlich ist, immerhin gibt es keine deutsche Entsprechung für das Wort. Gruppenspezifische Diskriminierungen wie Rassismus oder Homophobie werden angesprochen. Erstaunlicher Weise zeigen entsprechende Studien ein wie ich finde eher gruseliges Bild der Gesellschaft in Deutschland auf. Aber so ist es nun einmal. Es folgt eine angeregte aber trotzdem ruhige Diskussion über Grenzen. Wann fängt Rassismus an? Thilo Sarrazin wird ganz aktuell thematisiert und das Blog PI-News welches doch erstaunlich hohe Zugriffszahlen besitzt. Ich will endlich Internet. Im Forum von Birte bei wer-weiss-was werden z. B Links im Forum auf diese Seite gelöscht da diese nicht den AGB entsprechen. Ist das nicht eher auch Wegschauen oder Stoppschild?
Antisemitismus war ein weiteres Thema bei dem teilweise ganz subtil Dinge geäussert werden. Manchmal muss man ganz genau hinschauen. Das Kritik am Staate Israel nicht mit Antisemitismus gleichzusetzen ist dürfte allerdings auch klar sein. Bei Religionskritik wird es schon schon schwieriger.
Diskriminierung beginnt schon bei der Seitengestaltung. Gute Usabilitiy und Benutzbarkeit ist das beste Gegenmittel um Teile der Bevölkerung welche vielleicht sonst nicht einmal Nutzer des Angebotes sein können nicht von vorn herein aus der Community auszuschließen.
Im Forum von wer-weiss-was sind schon in den AGB und spätestens in den Netiquetten entsprechende Klauseln festgelegt. Für den Fall der Fälle gibt es - öffentlich nicht einsehbare - Standardtexte für die Moderatoren des Forums. bei entsprechende konträren Kommentaren wird aber auch nicht unbedingt gelöscht falls die Diskussion ausartet.
Ich habe das Netzteil vergessen. In 4 Stunden wird es spannend.
Und als wenn ich es geahnt hätte, diese Listen auf Twitter wurden angesprochen. Was aber eine gute Idee war da dieses neue Feature noch nicht endgültig eruiert wurde. Interessante Ansichten. Was ist wenn ich auf einer Liste lande die jemand Idioten genannt hat? Dann kann ich ihn blocken und verschwinde von der Liste.
Im Allgemeinen scheint Blockieren von Wörtern keine gute Idee. Was wäre mit dem Wort Nigger unter Schwarzen beispielsweise? Oder verschiedenen Schreibweisen wie in Spam Mails?


Danach hieß es Ich bin nicht gerne alleine! - Erfahungen mit der Community von Zimmerschau.de von Markus Seim. Zimmerschau.de hat PR und Affiliate gemacht. Und Gewinnspiele ohne Abofalle aber mit Registrierung waren auch ein totaler Reinfall. Sprich die erzeugten Nutzerprofile waren von minderer Qualität, also ohne weiter Aktion in de Community. Dabei ist völlig belanglos was verlost wird. Mehr Qualitätsprofile werden durch Banner oder Incentivierung (Gutschein durch Anmeldung) generiert. Weiterempfehlung trägt nur wenig bei, läuft aber einfach eher nebenbei. SEO - gerade am Anfang - performt super, kostet aber. Es ist das A und O einer Community sie anfangs ordentlich anzuschieben - also doch SEO anfangs. Typischer Weise kommen 60 der Nutzer über Google zur Seite. 10 Keywords bringen ca. 30 % des Traffics. Etwa die Hälfte der Werbeeinnahmen der Seite wird über das Forum generiert. Dort befindet sich ja auch der Long Tail.
Vivien Pein, Community Managerin bei Xing, hält eine wie üblich überfüllte Session über Communities und deren Hintergründe. Social Media ist nicht nur dabei Dialog und keine Einbahnstraße. Für das Team von Xing gibt es fünf einfache Regeln was getwittert wird und was nicht. Wer sich nicht daran hält bekommt natürlich einen auf den Deckel. Sonst läuft das ganz professionell mit dem Twittern bei Xing, die waren wohl mal beim Twittwoch. Die Diskussion um Corporate Twitter muss hier aber nicht mehr wiederholt werden. Dafür gibt es ja den Twittwoch welchem ich allen Twitteren in und gerade für Firmen nur wärmsten empfehlen kann. Der Großteil der Firmen muss aber erst noch lernen mit der neuen Social Media Welt umzugehen und sich entsprechend zu öffnen. Die direkte Kommunikation mit dem Nutzer hat den stärkste Anteil an der Arbeit. Womit wir tatsächlich wieder bei dem Dialog mit dem Nutzer sind. Möglicherweise gibt es auch weniger Anfragen seit dem ordentlich getwittert wird bei Xing.
Für das leibliche Wohl wurde auch dieses Jahr ausgezeichnet gesorgt. Genügend frisch gebrühter Kaffe - nach Anleitung durfte man selber - wurde mit interessanten Senseo Maschinen gemacht und in fast jeglichen Geschmacksrichtungen angeboten. Ich weiß gar nicht ob ich alle durchprobiert habe. Danaben schon das sprichwörtliche Müsli und lecker Pasta frisch aus dem Teller. Großartig.

Am zweiten Tag war ich schon vor dem Ende der Sessionplanung bei CIM. Wahnsinn. Als erste Session wurde Datenschutz vs. Benutzerfreundlichkeit thematisiert. Eine schicke Diskussion welche man aber schon so oder so gehört hat. Verschiedenste Ansätze wie bei Facebook oder jappy.de werden vorgestellt. Gerade beim Datenschutz in Gruppen kann man mit Statistik und anderen Methoden doch einige Daten herausbekommen. Wenn man dem Nutzer komplett freie Wahl lässt bei der Dateneingabe wie bei KFZ.net sind etwa 99 % der Profile leer und man findet bei einer Suche kaum Sinnvolles. Das ist ja auch nicht der Sin der Sache. Die Plattform funktioniert aber trotzdem! Eine Lösung könnte ein zentraler Account für alle Netzwerke sein bei dem man pro Netzwerk festlegen kann welche Daten weitergegeben werden sollen. Es würde zumindest einen gewissen Datenklau unterbinden. Dies selbst ist aber strittig da man vielleicht doch mit unterschiedlichen Identitäten unterwegs sein möchten. Ich persönlich halte auch nicht viel davon alle meine Daten an einen wie auch immer gearteten Anbieter zu geben. Erstens sollten die Daten pro Netzwerk ggf. unterschiedlich sein. Zweitens weckt zentrale Datenhaltung mehr als nur ein wenig Begehren nach diesen Daten und drittens stellt sich die Frage was passiert bei einem Fehler, einem Datenleck? Sollte ich auch meine Konto- und Kreditdaten dort angeben? Wie weit möchte man dort gehen? Interessant aber auch bekannt: In Netzwerken in welchen die realen Namen angegeben werden müssen steigt die Gesprächsqualität an.
Was kommt eigentlich nach der Community 2.0? Die nächsten zwei Jahre werden in der nächsten Session von Zorah Mari Bauer angeteasert. Einen interessanten Überblick über den Wandel gibt ihre Seite zu Medienkulturen im Wandel. Die berühmten und berüchtigten Public Viewings werden angesprochen und als erste große neue Vertreter der social Kultur als Gettogether größerer Gruppen gesehen. Und gibt es immer noch diese ganz normalen 1.0 Events im Real Life welche wohl immer eine gewisse Relevanz behalten werden. Die Medien versuchen ja gerade auf dem Web 2.0-Zug aufzuspringen - mit unterschiedlichem Erfolg wie man sehen kann. Allgemein wird die Einbindung des Nutzers vom Konsumenten hin zum Dialogpartner wichtiger werden Das kommt einem bekannt vor. Weg vom einseitigen Berieseln des Rezipienten hin zum Aufbau von Beziehungen mit dem Kunden. Eine Beschränkung in Zeit und Ort scheint eine wichtige Rolle zu spielen auf dem Weg zur Medienkultur 3.0. Location Based Service als ein Beispiel oder auch Microblogging als ein Anderes. Es wird immer direkter, schneller und spezifischer. Ich möchte jetzt etwas erleben. Komm doch vorbei, wir sitzen gerade beim Italiener. Es wird eine Herausforderung sein das Leben 2.0+ nicht zu oberflächlich zu gestalten. Das Programm wird dadurch auch immer unüberschaubarere, immer individueller, zusammen stellbar. Zur Medienkultur 3.0 gehört dann die Tagesschau Community. Trotzdem war - und wird es wohl auch bleiben - die TV Tagesschau um acht ein Ruhepol an dem man sich orientieren kann und an dem an sich ausgerichtet hat.
Medienkultur 1.0 lebt von Monokultur, 3.0 von Vielfalt. Menschen unterschieden sich nicht nur in dem was sie wollen oder tun. Sondern auch im Erleben von Dingen welche sich mit anderen teilen.
Es war mir eine große Freunde wieder viele neue FollowerMenschen kennen zu lernen auch wenn in den Pausen nicht immer die Zeit für Gespräche blieb die man sich wünschte. Toll war es auch bekannte Gesichter wieder zu sehen. Und natürlich auch die Nähe zum heimischen Herd ;-) Danke der Orga und allen Helfern und Mitmachern. Alle meine Fotos wie üblich im flickr Album Community Camp 2009.


Dagger am 19. Nov, 20:10 in Triff das Internet














































